Upcycling ist jetzt TV-Trend!

Nachhaltigkeitsbattle im Nachmittagsprogramm

In direkter Konkurrenz zu RTLs „Schätze aus Schrott“ packt die ARD im Nachmittagsprogramm von 4 – 5 nun auch ein upcycling -Format an. Oli P. unterscheidet in Folge 1 nicht zwischen upcycling und Restaurierung. Die Kunsthistorikerin Victoria Beyer, sehr süß Vintage gekleidet, kann leider nicht einschreiten, wenn einfachste Schnitzereien im off-Text Intarsien erklärt werden. Sie ist auch textlich die 50er Jahre gerechte Assistentin für die Herren. Sie fasst mit an, „darf es jetzt nicht ruinieren“. Das gebührenfinazierte öffentlich Rechtliche kann auf der edlen Burg Adendorf bei Bonn drehen. Es kommen gecastete Gäste mit Objekten, die nicht für den Müll bestimmt sind. Die Handwerker werden als die besten Handwerker Deutschlands angepriesen. Fachmann, der Tischler sagt auch, dass upcycling nicht seins sei, er aber als „geiziger Schwabe“ gerne mit gebrauchtem Holz arbeitet. Er ist ein echter Typ, aber Oli P. zieht sein wording durch.

 

Auch RTL schickt ja einen Sänger auf die Suche nach Käufern, wobei Thomas Klotz selbst Hand anlegen kann. Das Berliner Format auf den ersten Blick etwas cooler und frischer, die „Schätze“ auch deutlich günstiger. Sie werden direkt vom Recyclinghof geholt, also direkt vor der Müllpresse gerettet.

Bei beiden Formaten geht es um die konkret in Bezahlung festzumachende Wertsteigerung, der schnelle Verkauf bei RTL ist manchmal nicht glaubhaft nachvollziehbar. Oli P. bietet eine schöne Werbeplattform für die Käufer, der Architekt für energiesparenden Häuser wird im Büro aufgesucht, sagt aber am Ende ab. Die Sammler für den Spielautomaten werden ordentlich gehypt. Olli P. ist übertrieben begeistert, aber beide Moderatoren sind engagiert und sympathisch. Ob „Hallo Schatz“ in den nächsten Folgen das im Intro gegeben Versprechen der Müllbekämpfung – „Schluss damit!“ – einlösen kann, bleibt abzuwarten.

18 Folgen“Hallo Schatz“ zeigt http://www.daserste.de/information/ratgeber-service/hallo-schatz/sendung/hallo-schatz-vom-plunder-zum-prachtstueck-folge-18 an, von Encanto (Produzenten: Bettina Böttinger, Stefan Cordes) im Auftrag des WDR produziert. Das RTL-Team verweist auf das Originalformat „Money for Nothing“. Die ersten 10 Folgen wurden bereits im Herbst 2018 gezeigt und werden gerade wiederholt

 

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